Dritte Gemeinsame Ausschreibung für PV und Wind – Und der Trend setzt sich fort.

02.05.2019 Dritte Gemeinsame Ausschreibung für PV und Wind – Und der Trend setzt sich fort.

Wie bereits in den ersten beiden gemeinsamen Ausschreibungen für Photovoltaik und Windenergie im Jahr 2018 (wir berichteten hier und hier) gingen auch in der ersten Ausschreibung dieser Art in diesem Jahr wieder alle Zuschläge an Photovoltaik-Projekte. Hatte beim letzten Mal noch ein einziger Windenergieanlagenbetreiber ein Angebot eingereicht, so beteiligte sich die Windbranche diesmal gar nicht erst. Insgesamt macht das Ausschreibungssystem gerade keine Werbung für sich: Windenergieausschreibungen sind stark unterzeichnet, Photovoltaikausschreibungen stark überzeichnet und an den „gemeinsamen“ Ausschreibungen nimmt nur ein Energieträger teil.

Bis zum Stichtag am 1. April 2019 wurden insgesamt 109 Gebote für Photovoltaik-Anlagen mit knapp 720 MW installierter Leistung bei der Bundesnetzagentur eingereicht. Damit war das Ausschreibungsvolumen von 200 MW massiv überzeichnet. Lediglich 18 Gebote mit einer Gesamtleistung von knapp 210 Megawatt erhielten einen Zuschlag. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert erhöhte sich im Vergleich zur Vorrunde von 5,27 auf 5,66 ct/kWh. Das höchste bezuschlagte Gebot lag bei 6,10 ct/kWh, der niedrigste bei 4,50 ct/kWh. Die Ausschreibungsergebnisse finden Sie wie immer hier auf der Website der Bundesnetzagentur.

Die Zuschlagswerte sind um einiges höher als die in der ersten technologiespezifischen Ausschreibung des Jahres 2019 für Solaranlagen, welche am 15. Februar 2019 bekanntgegeben wurden. Hier lag der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert lediglich bei 4,80 ct/kWh. Der höchste Gebotswert, der noch einen Zuschlag erhielt, lag bei 5,18 ct/kWh, der niedrigste bei 4,11 ct/kWh.

Mit dem Ergebnis der gemeinsamen Ausschreibung setzt sich der Negativtrend im Bereich der Windenergie fort. Aufgrund der andauernden Flächenknappheit und des Genehmigungsstaus gibt es schlicht nicht genügend umsetzungsreife Projekte. Dementsprechend war auch die letzte Ausschreibung für Windenergieanlagen an Land stark unterzeichnet. Während die Energiewende sich dadurch verlangsamt und die Erreichung der Klimaziele in immer weitere Ferne rückt, freuten sich die wenigen erfolgreichen Bieter im Bereich der Windenergie über hohe Zuschlagswerte. Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert betrug dort zuletzt 6,11 ct/kWh.

Auffallend ist die hohe Anzahl an ausgeschlossenen Geboten in den letzten Ausschreibungsrunden: Aufgrund von Formfehlern wurden sowohl bei der gemeinsamen Ausschreibung als auch bei der Ausschreibung für Solar jeweils 18 Gebote nicht berücksichtigt. Bei der letzten Ausschreibung für Windenergie an Land waren es immerhin 5 Gebote, die keine Berücksichtigung fanden. Dies ist bedauerlich für die Bieter und nach Aussagen der Bundesnetzagentur auch vermeidbar. Gern unterstützen wir Sie bei der Prüfung der Gebotsunterlagen.

Die nächste technologiespezifische Ausschreibungsrunde für die Photovoltaik mit einem Volumen von 150 Megawatt steigt am 3. Juni 2019 und für die Windenergie mit einem Volumen von 650 Megawatt am 1. August 2019. Eine weitere gemeinsame Ausschreibung für Photovoltaik und Windkraft an Land ist für den 1. November 2019 geplant. Solange der Gesetzgeber allerdings keine neuen Anreize für die Windbranche schafft, lässt sich das Ergebnis dieser Ausschreibungen bereits jetzt vorhersagen.

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