Ausschreibung Kapazitätsreserve

14.12.2018 Ausschreibung Kapazitätsreserve

Die Kapazitätsreserve wird im Winterhalbjahr 2020/2021 starten, die Ausschreibungen dazu sollen laut Wirtschaftsministerium entsprechend am 1. Oktober 2019 erfolgen.

Was ist eine Kapazitätsreserve?

Die Kapazitätsreserve kommt zum Einsatz, sofern es aufgrund von unvorhersehbaren Ereignissen nicht zur Deckung von Angebot und Nachfrage kommen sollte. Sie hält technisch geeignete Reservekraftwerke und Lasten vor. Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) führen Ausschreibungen durch und nehmen Anlagen unter Vertrag, die die Reserveleistung rechtzeitig und zielgerichtet erbringen können. Dabei gilt das sogenannte Rückkehrverbot. Sobald die Anlagen nicht mehr in der Kapazitätsreserve gebunden sind, müssen die Anlagen endgültig stillgelegt werden. Das gilt jedoch nicht für Lasten. Kommt die Kapazitätsreserve zum Einsatz, zahlen Stromlieferanten, die ihre Lieferverpflichtungen nicht erfüllen konnten, entsprechend ihres Verursacherbeitrags einen angemessenen Anteil der Gesamtkosten der Reserve.

Prüfung der Regelung durch die Europäische Kommission

Bisher war im Energiewirtschaftsgesetz (§ 13e EnWG) vorgesehen, dass die Ausschreibungen ab dem Jahr 2017 beginnen. Zwischenzeitlich leitete die Europäische Kommission allerdings im April 2017 eine Prüfung ein, um festzustellen, ob die geplante Kapazitätsreserve den EU‑Beihilfevorschriften entspreche. Es stand insbesondere auf dem Prüfstand, ob die Maßnahme den Wettbewerb verfälsche und Kraftwerksbetreiber gegenüber Lastmanagern begünstige. Am 7. Februar 2018 hat die Kommission die deutsche Kapazitätsreserve beihilferechtlich genehmigt. Die Genehmigung umfasst drei Kontrahierungsperioden von jeweils zwei Jahren von 2019 bis 2025.

Was ändert sich durch das Energiesammelgesetz (EnSG)?

Aufgrund der Prüfung wurden Änderungen im EnWG erforderlich, die nun mit dem Energiesammelgesetz umgesetzt werden. Zum einen musste der Beginn der Kapazitätsreserve verschoben werden. Die ursprünglich vorgesehene Ausschreibung durch die Übertragungsnetzbetreiber war aufgrund der zeitlichen Verzögerung durch die Prüfung nicht mehr rechtzeitig durchführbar. Zum anderen wurde die Größe der Reserveleistung auf 2 Gigawatt festgelegt. Ein schrittweiser Aufbau ist demgegenüber nicht mehr vorgesehen.

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