Bilanzielle Abwicklung von Einspeisemanagementmaßnahmen

27.05.2013 Bilanzielle Abwicklung von Einspeisemanagementmaßnahmen

Bei der Einspeisung von Strom aus EEG-Anlagen gegen Erhalt der EEG-Vergütung nimmt der zuständige Netzbetreiber den Strom in seinen EEG-Bilanzkreis auf. Vermarktet der Anlagenbetreiber den Strom aus seinen EEG-Anlagen hingegen nach den Bestimmungen der §§ 33a ff. EEG (Direktvermarktung), wird der erzeugte Strom in den Bilanzkreis des Vermarktungspartners eingespeist. In beiden Fällen stellt sich im Fall einer Maßnahme des Einspeisemanagements die Frage, wer für den energetischen und bilanziellen Ausgleich der Mindereinspeisung verantwortlich ist und wie dieser zu erfolgen hat. Zum einen könnte man sich auf den Standpunkt stellen, der Bilanzkreisverantwortliche müsse den Ausgleich vornehmen, in dem er anderweitig Strom beschafft. Zum anderen ist denkbar, dass die Bilanzkreisabweichung durch die Aufnahme von Regelenergie in den Bilanzkreis ausgeglichen wird.

Regelungen hierzu gibt es bislang nicht. Die Beschlusskammer 6 der Bundesnetzagentur hat daher nun ein Festlegungsverfahren eingeleitet (Aktenzeichen: BK 6-13-049).

In dem Festlegungsverfahren sollen auch die Informationspflichten zwischen Übertragungsnetzbetreibern, Verteilnetzbetreibern und Bilanzkreisverantwortlichen im Zusammenhang mit Einspeisemanagementmaßnahmen geklärt werden.

Branchenvertreter erhoffen sich von dem Festlegungsverfahren unter anderem Klarheit zum Verhältnis von kommerziellen Abregelungen (Vermeidung negativer Börsenpreise) zu Drosselungen aufgrund von Maßnahmen des Netzbetreibers im Rahmen des Einspeisemanagements. Die Festlegung der Bundesnetzagentur wird sich auch auf die Gestaltung von Direktvermarktungsverträgen auswirken.

Der Beschluss zur Einleitung des Festlegungsverfahrens ist noch nicht veröffentlicht worden. Eine Mitteilung der Bundesnetzagentur zur Einleitung des Verfahrens vom 13. Mai 2013 finden Sie hier.